# Polyvagal-Theorie

Die 1995 von Stephen Porges vorgeschlagene Polyvagal-Theorie postuliert, dass sich bei Säugetieren distinkte Vagusäste, ein phylogenetisch jüngerer ventral-vagaler Komplex und eine ältere dorsal-vagale Bahn, entwickelt haben, um soziales Verhalten gegenüber Erstarrungs-/Freeze-Reaktionen zu steuern. Sie ist in Traumatherapie und körperorientierter Arbeit weit verbreitet, doch ihre vergleichend-neuroanatomischen und evolutionären Annahmen wurden in begutachteten Arbeiten substanziell kritisiert (Grossman & Taylor 2007; Grossman 2023), und die Mainstream-Neurowissenschaft betrachtet sie nicht als etabliert. Der gut belegte Befund, dass Vagustonus (HRV) und Atmung die Gesundheit beeinflussen, hängt nicht von der Polyvagal-Theorie ab und sollte nicht mit ihr vermengt werden.

## Sources

- Porges SW. (1995). Orienting in a defensive world: mammalian modifications of our evolutionary heritage. A polyvagal theory. Psychophysiology. https://doi.org/10.1111/j.1469-8986.1995.tb01213.x

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_Canonical: https://longevity-germany.com/de/glossary/polyvagal-theory · Part of Longevity Cities · Updated 2026-05-02_
