# Radon-Exposition

Radon-222 ist ein farb- und geruchloses, natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran-238 in Böden und Gesteinen entsteht; es reichert sich in Kellern und Erdgeschossräumen schlecht gelüfteter Gebäude an. Eingeatmete Radon-Folgeprodukte (²¹⁸Po, ²¹⁴Po) lagern Alphastrahler im Bronchialepithel ab, die DNA-Schäden verursachen und Lungenkrebs auslösen. Radon ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs (nach Tabak) und die häufigste bei Nie-Rauchern. Eine gepoolte Analyse von 13 europäischen Fall-Kontroll-Studien (7 148 Fälle, 2005) zeigte ein um 8 % (95 %-KI 3–16 %) erhöhtes Lungenkrebsrisiko pro 100 Bq/m³ langfristiger Wohnungsexposition. Das WHO-Handbuch von 2009 empfiehlt einen Referenzwert von 100 Bq/m³, höchstens jedoch 300 Bq/m³. Das deutsche Strahlenschutzgesetz (StrlSchG, in Kraft seit 2018) legt 300 Bq/m³ als Referenzwert für Wohnungen und Arbeitsplätze fest. Maßnahmen: Bodendichtung, Unterboden-Druckentlastung, verstärkte Lüftung.

## Sources

- Darby S, Hill D, Auvinen A, et al.. (2005). Radon in homes and risk of lung cancer: collaborative analysis of individual data from 13 European case-control studies. BMJ. https://doi.org/10.1136/bmj.38308.477650.63
- World Health Organization. (2009). WHO Handbook on Indoor Radon: A Public Health Perspective. WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9789241547673
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). (2018). Vorschriften für Gebäude und Arbeitsplätze – Referenzwert für Radon. BfS / Strahlenschutzgesetz (StrlSchG). https://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/regelungen/referenzwert.html

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_Canonical: https://longevity-germany.com/de/glossary/radon-exposure · Part of Longevity Cities · Updated 2026-06-22_
