# Risikoverhältnis

Das Risikoverhältnis setzt die Ereigniswahrscheinlichkeit in der exponierten Gruppe ins Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit in der nicht exponierten Gruppe. Gebräuchlich ist auch der Begriff relatives Risiko. Erreichen 20 von 100 inaktiven Personen das Ereignis und 10 von 100 aktiven, ergibt sich 0,10 geteilt durch 0,20, also 0,50. Das Risiko halbiert sich. Der Wert 1,0 steht für keinen Unterschied. Berechenbar ist die Kennzahl nur bei bekannter kumulativer Inzidenz, also in Kohortenstudien und randomisierten Studien. Fall-Kontroll-Studien liefern sie nicht direkt, weil dort nach der Zielgröße ausgewählt wird. Genau deshalb gibt es die Odds Ratio. Der häufigste Fehler ist die Verwechslung beider Maße. Odds nehmen Nichtereignisse in den Nenner, weshalb die Werte auseinanderlaufen, sobald das Ereignis häufig wird. Bei Risiken von 20 % und 10 % beträgt die Odds Ratio 0,10/0,90 geteilt durch 0,20/0,80, also 0,44. Sie liegt damit weiter von 1,0 entfernt als das Risikoverhältnis von 0,50. Bei einem Basisrisiko von 40 % wächst der Abstand deutlich. Unterhalb von etwa 10 % Basisrisiko stimmen beide nahezu überein; das ist die sogenannte Seltenheitsannahme. Relative Maße verbergen außerdem die absolute Größenordnung. Ein Risikoverhältnis von 2,0 bleibt bei einem Basisrisiko von 1 zu 10.000 ein seltenes Ereignis.

## Quellen

- Davies HTO, Crombie IK, Tavakoli M. (1998). When can odds ratios mislead?. BMJ. https://doi.org/10.1136/bmj.316.7136.989
- Zhang J, Yu KF. (1998). What's the relative risk? A method of correcting the odds ratio in cohort studies of common outcomes. JAMA. https://doi.org/10.1001/jama.280.19.1690
- Cummings P. (2009). The relative merits of risk ratios and odds ratios. Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine. https://doi.org/10.1001/archpediatrics.2009.31

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_Kanonisch: https://longevity-germany.com/de/glossary/risk-ratio · Teil von Longevity Cities · Aktualisiert 2026-08-25_
