# Check-up 35: Was wird gemacht, welche Blutwerte fehlen und was sie dich kosten

Beim Check-up 35 erhebt deine Hausärztin die Anamnese, untersucht dich von Kopf bis Fuß, misst den Blutdruck, nimmt Blut für Nüchternglukose und ein Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride) ab, macht einen Urin-Streifentest, prüft deinen Impfstatus und berät dich zu deinem Risikoprofil. Ab 35 steht dir das alle drei Jahre kostenlos zu, zwischen 18 und 34 einmal. Für Longevity fehlen ApoB, Lp(a), HbA1c, Nüchterninsulin, hs-CRP, Ferritin sowie Nieren- und Leberwerte. Als Selbstzahler kosten sie zusammen grob 150 bis 300 Euro.

Die Kassen-Gesundheitsuntersuchung ab 35 ist kostenlos, aber schmal. Was laut G-BA-Richtlinie wirklich drin ist, welche Longevity-Marker fehlen und was die Lücke als Selbstzahler kostet.

## Auf dieser Seite

- Was wird beim Check-up 35 gemacht?
- Wie oft bekommst du den Check-up 35 und was kostet er?
- Bringt der Check-up 35 überhaupt etwas? Was die Cochrane-Analyse zeigt
- Welche Blutwerte fehlen beim Check-up 35? Die Liste mit Selbstzahler-Preisen
- Homocystein senken, Vitamin D, Nüchterninsulin: Wo die Evidenz dünn wird
- Kann ich die fehlenden Werte beim Hausarzt dazubuchen?
- Lohnt sich das? Die Rechnung und ein ehrliches Fazit

## Was wird beim Check-up 35 gemacht?

Der Check-up 35 heißt offiziell Gesundheitsuntersuchung. Was genau drin ist, steht nicht im Ermessen deiner Praxis, sondern in der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dem Gremium, das den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen festlegt [1]. Die Richtlinie nennt fünf Bausteine.

**1. Anamnese.** Deine Ärztin fragt Eigen-, Familien- und Sozialanamnese ab und erfasst dein Risikoprofil: Vorerkrankungen, Herzinfarkte oder Krebs in der Familie, Rauchen, Alkohol, Bewegung, Stress.

**2. Klinische Untersuchung.** Ein Ganzkörperstatus: Herz und Lunge abhören, Bauch abtasten, Haut, Sinnesorgane, Bewegungsapparat, Nervensystem, dazu Gewicht, Größe und Blutdruck.

**3. Labor.** Ab 35 zwei Dinge aus dem Blut und eines aus dem Urin. Blut: ein vollständiges Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride) und die Nüchternplasmaglukose. Urin: ein Streifentest auf Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten und Nitrit. Das vollständige Lipidprofil ist seit April 2019 drin, davor gab es nur das Gesamtcholesterin.

**4. Impfstatus.** Ein Blick in den Impfpass mit Empfehlung zum Nachimpfen.

**5. Beratung.** Deine Ärztin bespricht die Befunde mit dir, spricht dein kardiovaskuläres Risiko an und soll dich auf Präventionsangebote und die Krebsfrüherkennung hinweisen.

Zwei Dinge laufen separat, werden aber gern mit dem Check-up kombiniert. Seit Oktober 2021 hast du ab 35 einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und C, das im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung abgenommen wird [2]. Und das Hautkrebs-Screening ab 35 alle zwei Jahre gehört zur Krebsfrüherkennungs-Richtlinie, nicht zum Check-up selbst [3].

Genauso wichtig ist, was **nicht** drin ist. Kein Blutbild, kein EKG (nur bei Auffälligkeiten), keine Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenwerte, kein HbA1c, kein Vitamin D. Und unter 35 wird Blut nur abgenommen, wenn ein Risikoprofil vorliegt, zum Beispiel Adipositas, Bluthochdruck oder eine belastete Familienanamnese. Der Urintest fehlt unter 35 ganz.

- Fünf Bausteine laut G-BA-Richtlinie: Anamnese, Ganzkörperstatus mit Blutdruck, Labor, Impfstatus, Beratung [1].
- Labor ab 35: Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride) plus Nüchternglukose aus dem Blut, Streifentest aus dem Urin.
- Einmalig ab 35: Screening auf Hepatitis B und C, seit Oktober 2021 Teil des Check-ups [2].
- Hautkrebs-Screening ab 35 alle zwei Jahre läuft über die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie, nicht über den Check-up [3].
- Nicht drin: Blutbild, EKG, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte, HbA1c, Vitamin D.

## Wie oft bekommst du den Check-up 35 und was kostet er?

Ab dem 35. Geburtstag alle drei Jahre. Zwischen 18 und 34 einmal. So steht es wörtlich in der Richtlinie: Versicherte haben ab Vollendung des 18. Lebensjahres bis zum Ende des 35. Lebensjahres einmalig Anspruch, ab Vollendung des 35. Lebensjahres alle drei Jahre [1]. Bis 2018 war der Rhythmus zwei Jahre, seit der Reform sind es drei. Die drei Jahre zählen ab dem letzten Check-up, nicht ab Kalenderjahr.

Kosten: für gesetzlich Versicherte nichts. Der Check-up läuft über die Versichertenkarte, ohne Zuzahlung und ohne Praxisgebühr. Auch das Hepatitis-Screening und das Hautkrebs-Screening sind Kassenleistung. Viele Kassen belohnen die Teilnahme sogar über ihr Bonusprogramm.

Privat versichert? Dann rechnet die Praxis nach GOÄ ab und du reichst die Rechnung ein. Die meisten Tarife übernehmen Vorsorgeuntersuchungen, oft sogar häufiger als alle drei Jahre. Schau in deinen Tarif.

Ein Hinweis, damit du die Rechnung richtig liest: Kostenlos ist nur der Katalog aus der Richtlinie. Alles, was du zusätzlich haben willst, also ApoB, HbA1c, Ferritin oder ein großes Blutbild, ist eine IGeL (Individuelle Gesundheitsleistung) und wird dir privat berechnet. Genau darum geht es im Rest dieses Guides.

- Ab 35 alle drei Jahre, zwischen 18 und 34 einmal, so die G-BA-Richtlinie [1].
- Für GKV-Versicherte kostenlos, ohne Zuzahlung, oft mit Bonuspunkten der Kasse.
- Privatversicherte reichen die GOÄ-Rechnung ein, die meisten Tarife übernehmen Vorsorge.
- Jeder Wert außerhalb des Katalogs ist IGeL und kostet extra.

## Bringt der Check-up 35 überhaupt etwas? Was die Cochrane-Analyse zeigt

Ehrliche Antwort: Als Ritual nicht nachweisbar. Die Cochrane-Analyse 2019 hat 17 randomisierte Studien mit über 250.000 Erwachsenen zusammengerechnet, in denen allgemeine Gesundheitschecks gegen keinen Check verglichen wurden. Ergebnis: kein Effekt auf die Gesamtsterblichkeit, keiner auf die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit, keiner auf die Krebssterblichkeit [4]. Die Checks fanden mehr Bluthochdruck und mehr Fettstoffwechselstörungen und führten zu mehr Behandlungen. Weniger Todesfälle gab es trotzdem nicht.

Bevor du den Termin absagst, zwei Einordnungen. Erstens sind viele der Studien alt, teils aus den 1960er bis 1990er Jahren, als es weder Statine noch die heutige Blutdrucktherapie gab. Zweitens haben die Studien Menschen eingeladen, die zum Teil ohnehin regelmäßig zum Arzt gingen. Das drückt den messbaren Unterschied.

Die eigentliche Lehre ist eine andere: Nicht der Check bringt etwas, sondern das, was du mit einzelnen Werten machst. Ein erhöhter Blutdruck, der behandelt wird. Ein Prädiabetes, den du früh drehst. Ein LDL, das hoch bleibt, obwohl du gesund lebst. Der Wert ist im Marker, nicht im Termin.

Daraus folgt für Longevity ein Problem. Die Kassen-Blutwerte sind auf Diabetes und klassische Hyperlipidämie zugeschnitten. Für das, was du früh sehen willst, also Insulinresistenz, stille Entzündung, genetisches Lp(a)-Risiko oder die Partikelzahl hinter deinem LDL, ist das Panel blind. Ein unauffälliger Check-up heißt deshalb nicht, dass alles gut ist. Er heißt, dass die sieben gemessenen Werte gut sind.

- Cochrane 2019: 17 RCTs, über 250.000 Erwachsene, keine Senkung von Gesamt-, Herz-Kreislauf- oder Krebssterblichkeit durch allgemeine Gesundheitschecks [4].
- Viele Studien stammen aus der Zeit vor Statinen und moderner Blutdrucktherapie, was den Effekt heute unterschätzen kann.
- Der Nutzen steckt in einzelnen behandelbaren Werten (Blutdruck, Glukose, LDL), nicht im Ritual.
- Für Insulinresistenz, Entzündung und Lp(a) ist das Kassenpanel blind: unauffällig heißt nur, dass die gemessenen Werte unauffällig sind.

## Welche Blutwerte fehlen beim Check-up 35? Die Liste mit Selbstzahler-Preisen

Das Kassenpanel misst Nüchternglukose und vier Lipidwerte. Für ein ehrliches Bild deines kardiometabolischen Risikos fehlen die folgenden Werte. Die Preise sind typische Selbstzahler-Spannen in Deutschland, je nach Labor und GOÄ-Faktor (Laborleistungen werden meist mit dem 1,15-fachen Satz berechnet). Rechne pro Blutabnahme zusätzlich mit rund 10 bis 20 Euro für Abnahme, Material und Versand.

| Wert | Was er dir sagt | Typischer Selbstzahler-Preis |
| --- | --- | --- |
| ApoB | Zählt die gefäßschädigenden Partikel statt nur ihr Cholesterin. ESC/EAS-Leitlinie: Klasse-I-Empfehlung bei hohen Triglyzeriden, Diabetes, Adipositas, metabolischem Syndrom [5] | 10 bis 25 Euro |
| Lp(a) | Genetisches Herz-Kreislauf-Risiko, zu über 90 Prozent vererbt. EAS-Konsens: einmal im Leben messen [6] | 20 bis 40 Euro |
| HbA1c | Blutzucker-Schnitt der letzten drei Monate, zeigt Prädiabetes auch bei normaler Nüchternglukose | 13 bis 20 Euro |
| Nüchterninsulin (HOMA-IR) | Insulinresistenz, oft Jahre bevor Glukose oder HbA1c steigen [7] | 15 bis 25 Euro |
| hs-CRP | Stille Entzündung. In der Women's Health Study ein stärkerer Prädiktor für Herzereignisse als LDL-C [8] | 13 bis 25 Euro |
| Ferritin | Eisenspeicher, zeigt Mangel und Überladung | 15 bis 25 Euro |
| Homocystein | B-Vitamin-Status, Aussagekraft fürs Herz begrenzt (siehe nächster Abschnitt) | 30 bis 45 Euro |
| Vitamin D (25-OH) | Versorgung, Nutzen einer Routinemessung umstritten (siehe nächster Abschnitt) | 30 bis 45 Euro |
| Kreatinin mit eGFR | Nierenfunktion, wichtig vor jeder Medikation und bei Bluthochdruck | 3 bis 10 Euro |
| ALT (GPT) und GGT | Leber, erster Hinweis auf eine Fettleber | 5 bis 10 Euro |

Zwei Dinge fallen auf. Die günstigsten Werte der Liste, Nierenfunktion und Leberwerte, kosten zusammen unter 20 Euro und fehlen trotzdem. Und die teuersten, Homocystein und Vitamin D, sind ausgerechnet die mit der dünnsten Evidenz.

Wie du die einzelnen Werte liest, erklärt der [Guide zu den 8 Longevity-Biomarkern](/de/guide/longevity-bluttest-biomarker). Was hinter ApoB und Lp(a) steckt und wann die Kasse sie doch zahlt, steht im [ApoB- und Lp(a)-Guide](/de/guide/apob-lpa). Aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin rechnet dir der [HOMA-IR-Rechner](/de/tools/homa-ir) den Index aus.

Ein Hinweis zur Kasse: Liegt eine Indikation vor, übernimmt sie einzelne Werte auch außerhalb des Check-ups. HbA1c bei auffälliger Glukose, Kreatinin bei Bluthochdruck, Ferritin bei Verdacht auf Eisenmangel. Das entscheidet deine Ärztin nach Befund, nicht nach Wunsch.

- Die zehn fehlenden Werte kosten als Selbstzahler zusammen grob 150 bis 300 Euro, plus 10 bis 20 Euro für Abnahme und Versand.
- ApoB (10 bis 25 Euro) trägt eine Klasse-I-Empfehlung der ESC/EAS bei Diabetes, hohen Triglyzeriden und metabolischem Syndrom [5].
- Lp(a) (20 bis 40 Euro) reicht einmal im Leben, weil der Wert genetisch festgelegt ist [6].
- Nierenfunktion und Leberwerte kosten unter 20 Euro zusammen und fehlen trotzdem im Kassenpanel.
- Mit Indikation zahlt die Kasse einzelne Werte auch außerhalb des Check-ups, das entscheidet der Befund.

## Homocystein senken, Vitamin D, Nüchterninsulin: Wo die Evidenz dünn wird

Drei Werte aus der Liste verdienen eine ehrliche Einordnung, bevor du sie bezahlst.

**Homocystein.** Senken ist einfach. Eine Meta-Analyse von 25 randomisierten Studien zeigt, dass 0,8 mg Folsäure am Tag den Homocysteinspiegel um rund 25 Prozent senken, Vitamin B12 bringt weitere 7 Prozent, Vitamin B6 keinen messbaren Zusatz [9]. Das Problem ist, was danach passiert: nichts. Die Cochrane-Analyse 2017 hat 15 Studien mit rund 71.000 Teilnehmenden ausgewertet. Homocystein zu senken verhinderte keine Herzinfarkte und keine Todesfälle, nur das Schlaganfallrisiko sank leicht [10]. Ein Marker, den du billig bewegen kannst, ohne dass sich das Ergebnis nachweisbar ändert. Sinnvoll ist die Messung, wenn ein B12-Mangel im Raum steht: bei veganer Ernährung, unter Metformin oder Säureblockern, bei unklaren Nervenbeschwerden. Als Routine-Herzmarker für 30 bis 45 Euro eher nicht.

**Vitamin D.** Die VITAL-Studie hat 25.871 Erwachsene über fünf Jahre mit 2.000 IE Vitamin D3 am Tag oder Placebo versorgt. Weder Krebs noch Herz-Kreislauf-Ereignisse wurden seltener [11]. Das heißt nicht, dass ein Mangel egal ist. Es heißt, dass die Routinemessung bei Gesunden mit normaler Sonnenexposition wenig Konsequenz hat. Bei wenig Sonne, dunkler Haut, höherem Alter, Osteoporose oder Malabsorption sieht das anders aus. Das ist ein Gespräch mit deiner Ärztin, kein Standardhäkchen.

**Nüchterninsulin.** Hier ist es umgekehrt: günstig, aussagekräftig, aber nicht auf dem Kassenzettel. Aus Nüchternglukose und Nüchterninsulin ergibt sich der HOMA-IR, ein Index für Insulinresistenz, der 1985 von Matthews und Kollegen beschrieben wurde [7]. Er schlägt oft Jahre an, bevor Glukose oder HbA1c auffällig werden. Zwei Einschränkungen: Insulin-Assays sind zwischen Laboren nicht perfekt standardisiert. Du musst wirklich nüchtern sein, 8 bis 12 Stunden. Den Index rechnet dir der [HOMA-IR-Rechner](/de/tools/homa-ir) aus. Was er bedeutet, besprichst du mit deiner Ärztin, nicht mit einer Tabelle aus dem Internet.

- Folsäure 0,8 mg am Tag senkt Homocystein um rund 25 Prozent, B12 bringt weitere 7 Prozent [9].
- Cochrane 2017: Homocystein senken verhindert keine Herzinfarkte und keine Todesfälle, nur das Schlaganfallrisiko sinkt leicht [10].
- VITAL: 2.000 IE Vitamin D3 am Tag senkten bei 25.871 Erwachsenen weder Krebs noch Herz-Kreislauf-Ereignisse [11].
- Nüchterninsulin plus Glukose ergibt den HOMA-IR, der Insulinresistenz oft Jahre vor HbA1c zeigt [7], aber nüchtern und laborabhängig ist.
- Homocystein und Vitamin D sind die teuersten Werte der Liste mit der dünnsten Evidenz für eine Routinemessung.

## Kann ich die fehlenden Werte beim Hausarzt dazubuchen?

Ja. Das ist sogar der einfachste Weg. Beim Check-up wird dir ohnehin Blut abgenommen. Du sagst vorher, welche Werte du zusätzlich haben willst, die Praxis schickt die Röhrchen mit einem zweiten Auftrag ans Labor und rechnet die Extras privat nach GOÄ ab. Vorher musst du eine schriftliche IGeL-Vereinbarung unterschreiben, das ist Pflicht und schützt dich vor Überraschungen auf der Rechnung. Frag nach dem Preis, bevor du unterschreibst.

Manche Praxen winken ab, weil ihnen die Abrechnung zu umständlich ist oder weil sie den Nutzen anders einschätzen. Das ist kein Fehler deiner Ärztin, sie folgt dem Katalog. In dem Fall bleibt der zweite Weg: ein Selbstzahler-Labor oder ein Online-Anbieter, der deine Probe an dieselben Großlabore schickt. Wie das läuft und was die Anbieter kosten, steht im [Selbstzahler-Guide](/de/guide/selbstzahler-longevity).

Es gibt noch einen dritten Weg, der oft übersehen wird: die Indikation. Bei belasteter Familienanamnese (Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Eltern oder Geschwistern vor 60), bei hohen Triglyzeriden, Adipositas oder Diabetes kann deine Ärztin ApoB, Lp(a) oder HbA1c auf Kassenkosten anfordern. Eine dokumentierte Familienanamnese ist das stärkste Argument, das du mitbringen kannst.

Damit die Werte etwas taugen, vier Dinge:

- Komm 8 bis 12 Stunden nüchtern, Wasser ist erlaubt. Glukose, Insulin und Triglyzeride hängen davon ab.
- Nicht während eines Infekts oder direkt nach einer Impfung messen. hs-CRP, Ferritin und Lp(a) steigen dann vorübergehend.
- Bitte um Lp(a) in nmol/L und um ApoB als eigenen Posten, nicht als Teil eines Pakets, das du nicht brauchst.
- Nimm den Befund mit nach Hause. Die Werte gehören dir. Du brauchst sie für den Vergleich beim nächsten Mal.

- Ja: Extras werden bei der Check-up-Blutabnahme mit abgenommen und privat nach GOÄ berechnet, mit schriftlicher IGeL-Vereinbarung vorab.
- Lehnt die Praxis ab, führt ein Selbstzahler-Labor oder Online-Anbieter die Probe zu denselben Großlaboren.
- Mit Indikation (Familienanamnese, hohe Triglyzeride, Adipositas, Diabetes) kann die Kasse einzelne Werte übernehmen.
- Nüchtern kommen, nicht im Infekt messen, Lp(a) in nmol/L verlangen, Befund mitnehmen.

## Lohnt sich das? Die Rechnung und ein ehrliches Fazit

Rechnen wir es durch. Die komplette Liste aus dem Abschnitt oben, alle zehn Werte plus Abnahme und Versand, landet je nach Labor bei grob 150 bis 300 Euro. Lässt du Homocystein und Vitamin D weg, was nach der Evidenzlage vertretbar ist, sparst du 60 bis 90 Euro und liegst bei rund 100 bis 200 Euro. Und weil Lp(a) nur einmal im Leben nötig ist, wird jede weitere Runde noch günstiger.

Zum Vergleich: Longevity-Kliniken in Deutschland verkaufen Einstiegspakete ohne Bildgebung ab etwa 1.500 bis 2.500 Euro, mit Ganzkörper-MRT und Omics geht es bis 20.000 Euro. Der Blutanteil dieser Pakete läuft in vielen Fällen über dieselben Großlabore, die auch deine Hausarztpraxis nutzt. Der kostenlose Check-up plus 100 bis 200 Euro an IGeL-Werten liefert dir den größten Teil der Blutinformation für einen Bruchteil des Preises. Was du nicht bekommst, ist die Bildgebung, die Beratungszeit und das schöne PDF.

Wann es sich lohnt: beim ersten Mal ab Mitte 30, um eine Baseline zu haben. Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie. Bei Bauchfett, hohen Triglyzeriden oder einem HbA1c an der Grenze. Und Lp(a) einmalig für jeden, wie der EAS-Konsens es empfiehlt [6].

Wann du es lassen kannst: wenn du die Werte innerhalb der letzten ein bis zwei Jahre schon hattest, denn die meisten bewegen sich langsam. Wenn du unter 35 bist und keine Risikofaktoren hast, reicht der einmalige Kassen-Check plus vielleicht Lp(a). Und wenn du niemanden hast, mit dem du das Ergebnis besprechen kannst. Ein Wert, auf den niemand reagiert, ist Information mit Stresspotenzial, sonst nichts.

Dieser Guide beschreibt, was der Check-up misst und was er auslässt. Was deine Werte für dich bedeuten und ob du etwas ändern solltest, entscheidest du mit deiner Ärztin.

- Alle zehn fehlenden Werte: grob 150 bis 300 Euro. Ohne Homocystein und Vitamin D: rund 100 bis 200 Euro.
- Longevity-Kliniken starten bei 1.500 bis 2.500 Euro, der Blutanteil läuft oft über dieselben Großlabore.
- Lohnt sich: erste Baseline ab Mitte 30, Familienanamnese, Bauchfett oder hohe Triglyzeride, Lp(a) einmalig [6].
- Lass es, wenn du die Werte kürzlich hattest, unter 35 ohne Risikofaktoren bist oder das Ergebnis mit niemandem besprechen kannst.
- Dieser Guide beschreibt, er verschreibt nicht. Die Einordnung gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin.


## FAQ

### Wie oft bekomme ich den Check-up 35?

Ab dem 35. Geburtstag alle drei Jahre, zwischen 18 und 34 einmal. So legt es die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des G-BA fest [1]. Die drei Jahre zählen ab dem letzten Check-up. Das Hautkrebs-Screening gibt es ab 35 alle zwei Jahre, das Hepatitis-B- und -C-Screening einmalig ab 35.

### Was kostet der Check-up 35?

Für gesetzlich Versicherte nichts. Der Check-up läuft über die Versichertenkarte, ohne Zuzahlung. Kosten entstehen nur, wenn du zusätzliche Werte als IGeL dazubuchst, zum Beispiel ApoB, HbA1c oder Ferritin. Privatversicherte reichen die GOÄ-Rechnung bei ihrer Versicherung ein.

### Welche Blutwerte fehlen beim Check-up 35?

Der Check-up misst nur Nüchternglukose und das Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride). Für Longevity fehlen ApoB, Lp(a), HbA1c, Nüchterninsulin (HOMA-IR), hs-CRP, Ferritin, Kreatinin mit eGFR sowie die Leberwerte ALT und GGT. Auch ein Blutbild, Schilddrüsenwerte und Vitamin D sind nicht drin.

### Was kostet Nüchterninsulin als Selbstzahler?

Typischerweise 15 bis 25 Euro je nach Labor und GOÄ-Faktor, plus rund 10 bis 20 Euro für Abnahme und Versand, wenn du nur diesen Wert bestellst. Zusammen mit der Nüchternglukose aus dem Check-up ergibt sich daraus der HOMA-IR, den dir unser Rechner ausgibt [7]. Du musst dafür 8 bis 12 Stunden nüchtern sein.

### Wie kann ich Homocystein senken?

Mit B-Vitaminen: 0,8 mg Folsäure am Tag senkt den Wert um rund 25 Prozent, Vitamin B12 bringt weitere 7 Prozent, B6 keinen messbaren Zusatz [9]. Wichtig ist aber die Einschränkung: In der Cochrane-Analyse 2017 mit rund 71.000 Teilnehmenden verhinderte das Senken keine Herzinfarkte und keine Todesfälle, nur Schlaganfälle wurden leicht seltener [10]. Ob eine Supplementierung für dich sinnvoll ist, klärst du mit deiner Ärztin, besonders wenn ein B12-Mangel im Raum steht.

### Kann ich die fehlenden Werte beim Hausarzt dazubuchen?

Ja. Du sagst vor der Blutabnahme, welche Werte du zusätzlich willst, unterschreibst eine schriftliche IGeL-Vereinbarung und bekommst die Extras privat nach GOÄ berechnet. Lehnt die Praxis ab, kannst du ein Selbstzahler-Labor oder einen Online-Anbieter nutzen, der die Probe an dieselben Großlabore schickt. Bei Indikation, etwa einer belasteten Familienanamnese, kann die Kasse einzelne Werte übernehmen.

### Ab welchem Alter lohnen sich ApoB und Lp(a)?

Lp(a) ist zu über 90 Prozent genetisch festgelegt und steht spätestens mit Mitte zwanzig fest. Der EAS-Konsens 2022 empfiehlt deshalb, es bei jedem Erwachsenen einmal im Leben zu messen, das Alter spielt kaum eine Rolle [6]. ApoB lohnt sich, sobald ein Risikoprofil vorliegt: hohe Triglyzeride, Bauchfett, Diabetes, metabolisches Syndrom oder eine belastete Familienanamnese [5]. Ohne Risikofaktoren ist der erste Check-up mit 35 ein guter Zeitpunkt für eine Baseline.

### Muss ich zum Check-up 35 nüchtern kommen?

Die Richtlinie sieht die Nüchternplasmaglukose vor, also ja, ideal sind 8 bis 12 Stunden ohne Essen, Wasser ist erlaubt [1]. Manche Praxen messen trotzdem nicht nüchtern. Wenn du Nüchterninsulin oder Triglyzeride dazubuchst, ist nüchtern Pflicht, sonst sind die Werte nicht verwertbar. Frag beim Terminmachen nach.

## Quellen

- Gemeinsamer Bundesausschuss. (2020). Richtlinie über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie). Gemeinsamer Bundesausschuss. https://www.g-ba.de/richtlinien/10/
- Gemeinsamer Bundesausschuss, Pressemitteilung vom 20. November 2020. (2020). Screening auf Hepatitis B und C neuer Bestandteil des Gesundheits-Check-ups. Gemeinsamer Bundesausschuss. https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/912/
- Gemeinsamer Bundesausschuss. (2025). Richtlinie über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie, KFE-RL). Gemeinsamer Bundesausschuss. https://www.g-ba.de/richtlinien/17/
- Krogsbøll LT, Jørgensen KJ, Gøtzsche PC. (2019). General health checks in adults for reducing morbidity and mortality from disease. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://doi.org/10.1002/14651858.CD009009.pub3
- Mach F, Baigent C, Catapano AL, Koskinas KC, Casula M, Badimon L, et al.; ESC Scientific Document Group. (2020). 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. European Heart Journal. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz455
- Kronenberg F, Mora S, Stroes ESG, Ference BA, Arsenault BJ, Berglund L, et al.. (2022). Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease and aortic stenosis: a European Atherosclerosis Society consensus statement. European Heart Journal. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac361
- Matthews DR, Hosker JP, Rudenski AS, Naylor BA, Treacher DF, Turner RC. (1985). Homeostasis model assessment: insulin resistance and beta-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologia. https://doi.org/10.1007/BF00280883
- Ridker PM, Rifai N, Rose L, Buring JE, Cook NR. (2002). Comparison of C-reactive protein and low-density lipoprotein cholesterol levels in the prediction of first cardiovascular events. New England Journal of Medicine. https://doi.org/10.1056/NEJMoa021993
- Homocysteine Lowering Trialists' Collaboration. (2005). Dose-dependent effects of folic acid on blood concentrations of homocysteine: a meta-analysis of the randomized trials. American Journal of Clinical Nutrition. https://doi.org/10.1093/ajcn/82.4.806
- Martí-Carvajal AJ, Solà I, Lathyris D, Dayer M. (2017). Homocysteine-lowering interventions for preventing cardiovascular events. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://doi.org/10.1002/14651858.CD006612.pub5
- Manson JE, Cook NR, Lee IM, Christen W, Bassuk SS, Mora S, et al.; VITAL Research Group. (2019). Vitamin D supplements and prevention of cancer and cardiovascular disease. New England Journal of Medicine. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1809944

_Vollständiger Guide: https://longevity-germany.com/de/guide/check-up-35-blutwerte_

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_Kanonisch: https://longevity-germany.com/de/guide/check-up-35-blutwerte · Teil von Longevity Cities · Aktualisiert 2026-09-05_
