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Therapeutika

Lithium niedrig dosiert (Longevity-Kontext)

ENLithium (low-dose, longevity context)

Eine Lithium-Spurenaufnahme aus Trinkwasser (ca. 0,01–0,1 mg/L) wurde in ökologischen Studien in Japan, Texas und Europa mit niedrigerer Gesamtmortalität in Verbindung gebracht; als Mechanismus wird die Hemmung der GSK-3β und Induktion von Autophagie diskutiert, mit Lebensverlängerung in C. elegans. Therapeutisch dosiertes Lithiumcarbonat (300–1800 mg/Tag) ist weltweit für die bipolare Störung zugelassen und zeigt neuroprotektive Signale, ist aber durch Nieren-, Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsentoxizität bei Langzeitanwendung limitiert. Mikrodosiertes Lithiumorotat (1–5 mg elementares Lithium) wird in den USA unter DSHEA als Supplement und in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft; es ist kein zugelassenes Arzneimittel, und das BfArM hat höhere Stärken historisch als arzneimittelpflichtig eingestuft. Eine ausreichend gepowerte RCT für eine Longevity-Indikation existiert nicht. Im August 2025 berichtete die Yankner-Gruppe (Liu et al., Nature) über eine Depletion von endogenem Lithium im Gehirn bei leichter kognitiver Störung und Alzheimer, wobei Amyloid-β das verfügbare Lithium bindet; eine kleine Pilot-RCT in JAMA Neurology 2026 (n≈80) bei MCI verfehlte den primären Endpunkt, zeigte aber ein Signal beim verbalen Gedächtnis. Beides etabliert keine Longevity-Indikation.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Zarse K, Terao T, Tian J, et al.. (2011). Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans. *European Journal of Nutrition*doi:10.1007/s00394-011-0171-x
  2. McColl G, Killilea DW, Hubbard AE, et al.. (2008). Pharmacogenetic analysis of lithium-induced delayed aging in Caenorhabditis elegans. *Journal of Biological Chemistry*
  3. Malhi GS, Tanious M, Das P, et al.. (2013). Lithium: 50 years of psychopharmacology, new evidence for a continuing relevance (long-term efficacy, renal and thyroid risk). *Bipolar Disorders / CNS Drugs*