MMSE (Mini-Mental State Examination)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Das Mini-Mental State Examination (MMSE), 1975 von Folstein, Folstein und McHugh eingeführt, ist ein strukturiertes 30-Punkte-Interview, das Orientierung, Registrierung, Aufmerksamkeit/Rechnen, Reproduktion, Sprache und visuokonstruktive Fähigkeiten in 5–10 Minuten erfasst. Werte von 24–30 gelten als normal, 18–23 als leichte, 10–17 als mittelschwere und unter 10 als schwere kognitive Beeinträchtigung. Historisch war der MMSE das dominierende Demenz-Screening-Instrument und wird weiterhin in klinischer Praxis und Studien als Verlaufsmaß eingesetzt; er weist jedoch gut dokumentierte Deckeneffekte bei der MCI-Erkennung auf — die Sensitivität für MCI ist gering — und Scores werden substanziell durch Bildungsgrad, Sprachhintergrund und sensorische Einschränkungen beeinflusst. In der Forschung hat das MoCA den MMSE beim MCI-Screening weitgehend abgelöst, während der MMSE für das Staging und die Verlaufsbeobachtung manifester Demenzen weiterhin nützlich ist.
