Soziale Determinanten der Gesundheit
ENSocial Determinants of Health
Soziale Determinanten der Gesundheit (SDoH) sind die nicht-medizinischen Lebensbedingungen, unter denen Menschen geboren werden, aufwachsen, leben, arbeiten und altern – Einkommen, Bildung, Arbeitsqualität, Wohnen, Nachbarschaft, soziales Netzwerk, frühkindliche Entwicklung und Zugang zu Dienstleistungen – die Gesundheitsergebnisse und gesundheitliche Ungleichheit prägen. Die WHO-Kommission zu sozialen Determinanten (CSDH, 2008, unter Vorsitz von Michael Marmot) benannte Ungleichheiten in Macht, Geld und Ressourcen als „Ursachen der Ursachen“ von Krankheit. Die WHO schätzt, dass SDoH 30–55 % der Gesundheitsergebnisse erklären – mehr als die klinische Versorgung. In England zeigte der Marmot Review 10 Years On (2020) stagnierende Lebenserwartung und ein steileres Gefälle: 2016-18 lebten Männer im untersten Deprivationsdezil rund 9,5 Jahre (Frauen rund 7,7 Jahre) kürzer als die im obersten, die Lücke in der Lebenserwartung in guter Gesundheit (HLE) beträgt sogar rund 19 Jahre für beide Geschlechter (ONS). In Deutschland zeigt die GISD-Analyse von Michalski et al. (2022) eine Lebenserwartungslücke von rund 6,0 Jahren bei Männern und rund 3,2 Jahren bei Frauen zwischen Kreisen im untersten und obersten Deprivationsdezil (Daten 2015-17).
Quellen
- Marmot M, Friel S, Bell R, Houweling TAJ, Taylor S. (2008). Closing the gap in a generation: health equity through action on the social determinants of health. *The Lancet*doi:10.1016/S0140-6736(08)61690-6
- World Health Organization Commission on Social Determinants of Health. (2008). Closing the gap in a generation: health equity through action on the social determinants of health — Final report of the Commission on Social Determinants of Health. *WHO*
- Marmot M, Allen J, Boyce T, Goldblatt P, Morrison J. (2020). Health Equity in England: The Marmot Review 10 Years On. *Institute of Health Equity / The Health Foundation*
- Michalski N, Reis M, Tetzlaff F, et al.. (2022). Regional health differences – developing a socioeconomic deprivation index for Germany (GISD). *Journal of Health Monitoring (RKI)*
