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Mikrobiom

Mikrobiom-Diversität (Alpha / Shannon-Index)

ENMicrobiome diversity (alpha / Shannon index)

Geprüft von

Mikrobiom-Diversität beschreibt Artenreichtum und Gleichmäßigkeit der mikrobiellen Gemeinschaft innerhalb einer Probe (Alpha-Diversität) oder zwischen Proben (Beta-Diversität). Der Shannon-Entropieindex, der sowohl Artenreichtum als auch relative Abundanz berücksichtigt, ist eine der am häufigsten verwendeten Alpha-Diversitätsmetriken; höhere Werte weisen auf eine komplexere Gemeinschaft hin, in der keine einzelne Spezies dominiert. Höhere Alpha-Diversität wird weitgehend mit Resilienz, metabolischer Gesundheit und geringerem Erkrankungsrisiko assoziiert, obwohl die Beziehung nicht universell gilt — manche Erkrankungszustände gehen mit erhöhter Diversität anatomisch ungeeigneter Gemeinschaften einher. Bevölkerungsstudien zeigen konsistent, dass die Alpha-Diversität mit dem Alter abnimmt, insbesondere nach dem siebten Lebensjahrzehnt, und dass dieser Rückgang mit Frailty, Krankenhausaufenthalten und reduziertem Überleben korreliert. Diversität sollte als eigenständiger Gesundheitsindikator mit Vorsicht interpretiert werden: Funktionelle Redundanz bedeutet, dass eine numerisch vielfältige Gemeinschaft dennoch kritische Stoffwechselwege vermissen lassen kann, und Sequenziertiefe sowie verwendete Primer beeinflussen die gemessenen Werte erheblich.

Quellen

  1. Sonnenburg JL, Backhed F. (2016). Diet-microbiota interactions as moderators of human metabolism. *Nature*doi:10.1038/nature18846
  2. Ley RE, Turnbaugh PJ, Klein S, Gordon JI. (2006). Microbial ecology: human gut microbes associated with obesity. *Nature*doi:10.1038/4441022a