Kurzkettige Fettsäuren (SCFAs)
ENShort-chain fatty acids (SCFAs)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Kurzkettige Fettsäuren — hauptsächlich Acetat, Propionat und Butyrat — entstehen, wenn anaerobe Darmbakterien nicht verdaute Nahrungsfasern und resistente Stärke im Dickdarm fermentieren. Butyrat ist das bevorzugte Energiesubstrat der Kolonozyten, stärkt Tight Junctions und die intestinale Barriere, hemmt Histondeacetylasen (wirkt als HDAC-Inhibitor) und signalisiert über freie Fettsäurerezeptoren GPR41, GPR43 und GPR109A zur Modulation von Immunität, Appetithormonen und Insulinsekretion. Propionat gelangt primär zur Leber, wo es an Glukoneogenese und Lipidregulation beteiligt ist, während Acetat in den Systemkreislauf eintritt. Verminderte SCFA-Produktion — infolge geringer Ballaststoffzufuhr oder des Verlusts wichtiger Produzenten wie Faecalibacterium prausnitzii und Roseburia intestinalis — ist konsistent mit entzündlichen Darmerkrankungen, Adipositas und eingeschränkter glykämischer Kontrolle assoziiert, wenngleich die Übersetzung dieser Assoziation in wirksame Ernährungs- oder Therapieinterventionen aktives Forschungsgebiet bleibt.
Quellen
- Topping DL, Clifton PM. (2001). Short-chain fatty acids and human colonic function: roles of resistant starch and nonstarch polysaccharides. *Physiological Reviews*doi:10.1152/physrev.2001.81.3.1031
- den Besten G, van Eunen K, Groen AK, Venema K, Reijngoud DJ, Bakker BM. (2013). The role of short-chain fatty acids in the interplay between diet, gut microbiota, and host energy metabolism. *Journal of Lipid Research*doi:10.1194/jlr.R036012
