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Ernährung & Nahrungsergänzung

Omega-3-Fettsäuren (EPA / DHA)

ENOmega-3 fatty acids (EPA / DHA)

Geprüft von

Eicosapentaensäure (EPA, 20:5n-3) und Docosahexaensäure (DHA, 22:6n-3) sind langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die hauptsächlich in fettem Fisch, Fischöl und Algenöl vorkommen, wobei Algenöl die primäre Quelle für Veganer darstellt. Der pflanzliche Vorläufer Alpha-Linolensäure (ALA) aus Leinsamen, Chia und Walnüssen wird im menschlichen Körper nur ineffizient und höchst variabel zu EPA und DHA konvertiert. EPA und DHA werden in Zellmembranen eingebaut, verändern deren Fluidität und Lipid-Raft-Zusammensetzung und dienen als Substrate für antiinflammatorische, speziell pro-resolvierende Mediatoren (SPMs) wie Resolvine und Protektine – im Gegensatz zu den proinflammatorischen Eikosanoiden aus Omega-6-Arachidonsäure. In pharmakologischen Dosen (≥ 2 g/Tag EPA+DHA) senken sie Serumtriglyzeride um 20–50 %; die REDUCE-IT-Studie zeigte für 4 g/Tag Icosapentaensäure (nur EPA) eine Reduktion schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bei statinbehandelten Patienten mit Hypertriglyzeridämie, obwohl das Mineralöl-Placebo methodisch kritisiert wurde. Beobachtungsdaten verknüpfen konsistent höheren Fettverzehr und einen hohen Omega-3-Index mit geringerer Gesamt- und kardiovaskulärer Mortalität; Supplementierungsstudien bei allgemein Gesunden zeigen bescheidenere und uneinheitlichere Effekte.

Quellen

  1. Bhatt DL, Steg PG, Miller M, et al.; REDUCE-IT Investigators. (2019). Cardiovascular Risk Reduction with Icosapent Ethyl for Hypertriglyceridemia (REDUCE-IT). *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1812792
  2. Manson JE, Cook NR, Lee IM, et al.; VITAL Research Group. (2019). Marine n-3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer (VITAL). *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1811403