Postbiotika
ENPostbiotics
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Der ISAPP-Konsens von 2021 definiert ein Postbiotikum als eine Zubereitung nicht-lebensfähiger Mikroorganismen und/oder ihrer Bestandteile, die dem Wirt einen gesundheitlichen Nutzen verleiht. Der wesentliche Unterschied zu Probiotika besteht darin, dass Postbiotika nicht-lebende Organismen oder isolierte mikrobielle Komponenten enthalten — darunter Zellwandfragmente, Teichonsäuren, Exopolysaccharide, sezernierte Proteine, Metaboliten und extrazelluläre Vesikel — ohne dass Kolonisation oder Überleben im Gastrointestinaltrakt erforderlich ist. Dies verleiht Postbiotika praktische Vorteile hinsichtlich Formulierungsstabilität, Sicherheit bei immunsupprimierten Personen und definierter Zusammensetzung. Pasteurisierte Akkermansia muciniphila (separat behandelt) ist ein Beispiel, das dem ISAPP-Postbiotikum-Rahmen entspricht. Die Evidenz für spezifische Gesundheitseffekte variiert je nach Zubereitung erheblich; die meisten klinischen Daten stammen von hitzeinaktivierten Lactobacillus- und Bifidobacterium-Zubereitungen, vorwiegend bei Säuglingskoliken, Allergien und leichten gastrointestinalen Beschwerden. Das Feld ist im Entstehen begriffen, und regulatorische Rahmenbedingungen für Postbiotika-bezogene Gesundheitsaussagen sind in den meisten Jurisdiktionen noch in Entwicklung.
