Resilienz (klinisch)
ENResilience (clinical)
In der Gerontologie ist körperliche Resilienz operationalisiert als deine Fähigkeit, nach einem akuten Gesundheitsereignis – Erkrankung, Operation, Sturz, Trauerfall oder Krankenhausaufenthalt – die körperliche Funktion wiederherzustellen oder zu halten. Whitson und Kollegen (2016, J Gerontol A) etablierten Resilienz als eigenes Konstrukt neben Frailty: Frailty erfasst die Verletzlichkeit vor dem Ereignis, Resilienz die Erholungstrajektorie danach. Zwei Personen mit identischer Ausgangsfunktion können nach demselben Trigger sehr unterschiedlich genesen. Quantifiziert wird Resilienz durch wiederholte Messung von Ganggeschwindigkeit, Handkraft, ADL-Score oder Biomarkern – meist mit linearen Mixed Models oder über die Fläche unter der Erholungskurve. Hohe Resilienz senkt Mortalität und Pflegeheimrisiko; niedrige Resilienz identifiziert Patienten, die am meisten von Prähabilitation und gezielter Reha profitieren.
Quellen
- Whitson HE, Duan-Porter W, Schmader KE, et al.. (2016). Physical Resilience in Older Adults: Systematic Review and Development of an Emerging Construct. *The Journals of Gerontology: Series A*doi:10.1093/gerona/glv202
- Varadhan R, Walston JD, Bandeen-Roche K. (2018). Can a Link Be Found Between Physical Resilience and Frailty in Older Adults by Studying Dynamical Systems?. *Journal of the American Geriatrics Society*doi:10.1111/jgs.15409
- Whitson HE, Cohen HJ, Schmader KE, et al.. (2018). Physical Resilience: Not Simply the Opposite of Frailty. *Journal of the American Geriatrics Society*doi:10.1111/jgs.15233
