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Mikrobiom

Mikrobielle Beta-Glucuronidase

ENMicrobial beta-glucuronidase

Mikrobielle Beta-Glucuronidasen (GUS) sind bakterielle Enzyme, die in vielen Darmkeimen aus Firmicutes, Bacteroidota und Enterobacteriaceae kodiert sind. Sie spalten die in der Phase-II-Konjugation der Leber angehängten Glucuronid-Gruppen ab und setzen den Ausgangsstoff im Darmlumen wieder frei. Daraus ergeben sich zwei gut beschriebene Folgen: die Reaktivierung von Fremdstoffen, etwa SN-38 (aktiver Metabolit des Chemotherapeutikums Irinotecan, wobei die GUS-vermittelte Dekonjugation den dosislimitierenden Durchfall mitverursacht) oder NSAR; sowie die Dekonjugation körpereigener Steroidhormone wie Östrogene, was Plottel und Blaser als Estrobolom bezeichneten. Der strukturelle Atlas von Pollet et al. 2017 in Structure beschrieb 279 verschiedene Darm-GUS-Proteine in sechs Strukturklassen aus Human-Microbiome-Project-Metagenomen und befeuert die Entwicklung selektiver GUS-Inhibitoren als Begleitung von Chemotherapien.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Pollet RM, D'Agostino EH, Walton WG, et al.. (2017). An atlas of beta-glucuronidases in the human intestinal microbiome. *Structure*doi:10.1016/j.str.2017.05.003
  2. Plottel CS, Blaser MJ. (2011). Microbiome and malignancy. *Cell Host & Microbe*doi:10.1016/j.chom.2011.10.003
  3. Hu S, Ding Q, Zhang W, et al.. (2023). Gut microbial beta-glucuronidase: a vital regulator in female estrogen metabolism. *Gut Microbes*doi:10.1080/19490976.2023.2236749