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Zellbiologie

Endotheliale Dysfunktion

ENEndothelial dysfunction

Endotheliale Dysfunktion bezeichnet einen pathologischen Zustand, bei dem die innere Auskleidung der Blutgefäße — das Endothel — die vaskuläre Homöostase nicht mehr aufrechterhalten kann, vorrangig durch eingeschränkte Synthese oder Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO), dem wichtigsten vasodilatatorischen und entzündungshemmenden Signalmolekül der endothelialen NO-Synthase (eNOS). Unter physiologischen Bedingungen aktiviert die mechanische Scherspannung des Blutstroms die eNOS, sodass NO in die glatte Gefäßmuskulatur diffundiert und Relaxation bewirkt; bei dysfunktionalem Endothel ist diese Reaktion abgeschwächt, weil reaktive Sauerstoffspezies — insbesondere Superoxid — NO abfangen, bevor es wirken kann, und weil die eNOS selbst entkoppelt Oxidantien statt NO produziert. Der etablierte klinische Messparameter ist die flussvermittelte Dilatation (FMD) der Arteria brachialis, eine nicht-invasive Ultraschalltechnik, erstmals validiert von Celermajer et al. (1992): Eine reaktive Hyperämie nach Manschettenokklusion erzeugt Scherspannung, und die prozentuale Zunahme des Gefäßdurchmessers spiegelt die endothelabhängige, NO-vermittelte Vasodilatation wider. Dysfunktionales Endothel fördert zudem die Expression von Adhäsionsmolekülen, Leukozytenrekrutierung, Thrombozytenaktivierung sowie eine pro-thrombotische Gefäßoberfläche — und gilt als früher Schritt der Atheroskleroseentstehung, der der manifesten Lumeneinengung um Jahre bis Jahrzehnte vorausgehen kann (Bonetti et al., 2003). Die FMD nimmt auch bei gesunden Personen mit dem Alter ab, und prospektive Daten zeigen, dass niedrigere FMD-Werte unabhängig kardiovaskuläre Ereignisse vorhersagen; ob eine therapeutische Wiederherstellung der FMD die Ereignisrate senkt, ist weiterhin Gegenstand aktiver Forschung.

Quellen

  1. Celermajer DS, Sorensen KE, Gooch VM, et al.. (1992). Non-invasive detection of endothelial dysfunction in children and adults at risk of atherosclerosis. *Lancet*doi:10.1016/0140-6736(92)93147-f
  2. Bonetti PO, Lerman LO, Lerman A. (2003). Endothelial dysfunction: a marker of atherosclerotic risk. *Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology*doi:10.1161/01.atv.0000051384.43104.fc
  3. Deanfield JE, Halcox JP, Rabelink TJ. (2007). Endothelial Function and Dysfunction: Testing and Clinical Relevance. *Circulation*doi:10.1161/circulationaha.106.652859