Kreatin und Kognition
2 Paper in der Bibliothek, stärkste Bewertung Moderat.
Bewertet als Moderat · Das Los verteilte 73 Erwachsene auf Kreatin oder Scheinpräparat, über zwölf Wochen; die Gruppen waren klein, und das Training wählten die Teilnehmenden selbst.
Paper 2
- Kreatin ab 45: Mehr Kraft auch ohne TrainingModeratn = 732026Journal of the International Society of Sports NutritionMenschen zwischen 45 und 65 Jahren, die bis dahin kaum Sport trieben, nahmen zwölf Wochen lang Kreatin. Auch ohne Training legten sie an fettfreier Masse zu, also vor allem an Muskeln. Nach zwölf Wochen waren es im Schnitt etwa 1,1 Kilogramm, mit großer Unsicherheit. Beim Bankdrücken und an der Beinpresse wurden sie kräftiger als die Vergleichsgruppe mit Scheinpräparat. 73 gesunde, bewegungsarme Erwachsene wählten zuerst selbst, ob sie an einem Programm mit Training und Diät teilnehmen. Danach entschied das Los, wer zweimal täglich 5 Gramm Kreatin bekam und wer ein gleich aussehendes Scheinpräparat. Die Trainingsgruppe übte dreimal pro Woche unter Anleitung Kraft und Ausdauer. 64 Teilnehmende hielten bis zum Ende durch. Auch mit Training und Diät brachte Kreatin mehr fettfreie Masse, mehr Kraft und einen stärkeren Rückgang des Körperfettanteils. Bei Gedächtnistests gab es nur vereinzelte Vorteile, die die Forschenden selbst als vorläufig werten. Kreatinin, ein Blutwert zur Prüfung der Nieren, stieg leicht an. Nebenwirkungen waren selten und in allen Gruppen ähnlich. Die wichtigste Grenze: Die vier Gruppen hatten am Ende nur 13 bis 20 Personen, und ob jemand trainierte, entschied nicht das Los.
- Kreatin bei Demenz: Die Belege stammen vor allem von TierenVorläufign = 62026Ageing research reviewsKreatin hilft den Zellen, schnell Energie bereitzustellen. Deshalb gilt es in Forschung und Öffentlichkeit zunehmend als möglicher Ansatz gegen Demenz. Eine Übersichtsarbeit zeigt nun, wie dünn die Belege dafür bisher sind. Die Forschenden durchsuchten vier große Fachdatenbanken und sichteten 8.317 Einträge. Sechs Studien erfüllten ihre Kriterien: eine mit Zellen, vier mit Tieren und eine kleine Pilotstudie mit 20 Menschen. In den meisten Tierstudien schützte Kreatin die Nervenzellen. Eine Studie an Nagern fand aber ein schlechteres räumliches Gedächtnis. In der Pilotstudie nahmen die Teilnehmenden acht Wochen lang 20 Gramm am Tag. Danach war der Kreatingehalt im Gehirn um 11 Prozent höher, und sie schnitten bei Aufgaben zum flexiblen Denken besser ab. Eine Studie, in der das Los über Kreatin oder Vergleichsmittel entschied, fanden die Forschenden nicht. Ob Kreatin bei Demenz hilft, lässt sich deshalb nicht sagen. Auffällig war ein möglicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: In einer Nagerstudie profitierten Weibchen, bei Männchen deutete sich eher Schaden an. Die Autoren fordern größere Studien, die Frauen und Männer getrennt auswerten.
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