Schlaf und Kognition
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Bewertet als Moderat · Über 57.000 ältere Menschen wurden fast acht Jahre begleitet, mit Bestätigung in einer zweiten Gruppe; als Beobachtung zeigt das aber keine Ursache.
Paper 2
- Wenig Schwung am Tag, unruhige Nächte: Hinweise auf DemenzModeratn = 57.4132026JAMA neurologyWie sich jemand tagsüber bewegt und nachts schläft, verrät etwas über das spätere Demenzrisiko. Ältere Menschen mit wenig kräftiger Bewegung am Tag und unruhigem Schlaf erkrankten häufiger an Demenz. Ein Messgerät am Handgelenk, eine Woche lang getragen, machte die Vorhersage etwas genauer. Forschende werteten Daten von 53.448 Menschen ab 60 Jahren aus der britischen UK Biobank aus. Sie trugen sieben Tage lang einen Bewegungssensor. Ein Computerverfahren suchte aus 36 Messwerten zwei Muster heraus. Das erste: kurze, seltene Phasen zügiger Bewegung, viel leichte Aktivität und schnelles Ausruhen. Wer dieses Muster deutlich stärker zeigte als der Durchschnitt, hatte ein um 43 Prozent höheres Demenzrisiko. Das zweite Muster, sehr kurzer oder sehr langer Schlaf, lange Wachphasen und frühes Aufwachen, ging mit einem um 10 Prozent höheren Risiko einher. In einer zweiten Gruppe von 3.965 Menschen bestätigte sich das. Verglichen mit einer Vorhersage nur nach dem Alter verbesserten die Muster die Treffsicherheit etwa so stark wie ein Test auf das bekannte Risikogen APOE. Der Gewinn war aber bescheiden. Ob Bewegung und Schlaf die Demenz mitverursachen oder schon frühe Anzeichen davon sind, zeigt die Studie nicht. Gemessen wurde nur eine Woche, und die Teilnehmenden waren gesünder als der Durchschnitt.
- Schwache Muskeln könnten schlechten Schlaf riskanter machenVorläufig2026Neuroscience and biobehavioral reviewsIm Alter wird der Schlaf oft flacher und unruhiger. Das gilt als möglicher Treiber dafür, dass das Gehirn anfälliger für Alzheimer wird. Weniger Tiefschlaf und häufiges Aufwachen könnten fördern, dass sich schädliche Eiweiße wie Amyloid und Tau ansammeln. Ein Forscher schlägt nun vor, dabei auch die Muskeln mitzudenken. In seiner Übersichtsarbeit verknüpft er Befunde aus Schlafforschung, Alternsforschung und Stoffwechsel. Seine These: Altersbedingter Muskelschwund, Muskelschwund zusammen mit Übergewicht und Insulinresistenz könnten den Schlaf stören. Bei Insulinresistenz sprechen die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Zusammen mit leichten Entzündungen könnten diese Zustände dazu führen, dass unruhiger Schlaf dem Gehirn schneller schadet. Als möglichen Vermittler nennt er Irisin, einen Botenstoff der Muskeln, der mit einem Wachstumsfaktor für Nervenzellen in Verbindung steht. Das Ganze ist ein Denkmodell und keine neue Messung. Der Autor betont selbst, dass direkte Belege für eine ursächliche Rolle von Irisin beim menschlichen Schlaf fehlen. Er formuliert Vorhersagen, die sich in Experimenten prüfen lassen. Später könnte das Modell helfen, besseren Schlaf, Krafttraining und Stoffwechselbehandlungen zu kombinieren.
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