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DEXA-Scan: Was er kostet, wann die Kasse zahlt und wo du ihn in Deutschland bekommst

Zwei sehr verschiedene Scans laufen unter demselben Namen. Der eine misst deine Knochen und ist manchmal Kassenleistung. Der andere misst Fett und Muskel, kostet dich immer selbst Geld und ist der, den die meisten eigentlich meinen.

Kurz erklärt

Ein DEXA-Scan kostet in Deutschland als Selbstzahler etwa 40 bis 70 Euro für die Knochendichte und meist 50 bis 200 Euro für die Körperzusammensetzung (Körperfett, Muskelmasse, viszerales Fett). Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur die Knochendichtemessung. Selbst die nur bei konkreter Osteoporose-Indikation, etwa nach einem Bruch ohne passenden Unfall. Die Körperfett-Messung ist immer Selbstzahlerleistung. Du bekommst den Scan in Radiologiepraxen, osteologischen Zentren, sportmedizinischen Instituten und einzelnen Body-Composition-Studios in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln.

Aktualisiert am · 11 Min. Lesezeit

Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Ernährung, deinem Trainingsprogramm oder deiner Nahrungsergänzung vornimmst.

Was kostet ein DEXA-Scan in Deutschland? Knochendichte und Körperfett im Überblick

Kurze Antwort: Die Knochendichtemessung per DEXA kostet als Selbstzahler etwa 40 bis 70 Euro [4]. Der Ganzkörper-Scan für die Körperzusammensetzung, also Fettmasse, Muskelmasse und viszerales Fett, liegt bei den Preisen, die Anbieter 2026 öffentlich nennen, meist zwischen 50 und 200 Euro pro Messung. Radiologiepraxen liegen dabei oft am unteren Ende, spezialisierte Sport- und Longevity-Anbieter mit Auswertungsgespräch am oberen.

Warum die Spanne so groß ist: Bei der Knochendichte gibt es eine Gebührenordnung (GOÄ), die den Preis nach oben begrenzt. Bei der Körperzusammensetzung gibt es keine feste Ziffer. Der Preis hängt davon ab, ob du nur den Ausdruck bekommst oder eine halbe Stunde Besprechung dazu. Beides kann sinnvoll sein. Du solltest nur wissen, wofür du zahlst.

Scan Was gemessen wird Selbstzahler (typisch) Gesetzliche Kasse
Knochendichte (Osteodensitometrie) T-Score an Lendenwirbelsäule und Hüfte ca. 40 bis 70 Euro [4] Ja, aber nur bei konkreter Osteoporose-Indikation [3]
Ganzkörper-Körperzusammensetzung Fettmasse, fettfreie Masse, viszerales Fett, ALMI ca. 50 bis 200 Euro Nein, immer Selbstzahler

Ein Detail, das viele nicht wissen: Beide Messungen laufen auf demselben Gerät. Manche Praxen bieten deshalb ein Paket aus Knochendichte plus Körperzusammensetzung an, das günstiger ist als zwei Einzeltermine. Fragen lohnt sich.

Privat versichert? Dann hängt es an deinem Tarif. Die Knochendichtemessung wird bei medizinischer Fragestellung in der Regel erstattet. Die reine Körperfett-Messung ohne Diagnose ist auch bei Privatversicherern meist keine erstattungsfähige Leistung. Wenn du das Geld ohnehin selbst ausgibst, lies unseren Selbstzahler-Guide, dort steht, was sich im DACH-Raum überhaupt lohnt zu bezahlen.

Knochendichte oder Körperzusammensetzung: Welche zwei DEXA-Scans gibt es?

DEXA (auch DXA geschrieben) steht für Dual-Energy X-ray Absorptiometry. Das Gerät schickt Röntgenstrahlung mit zwei verschiedenen Energien durch deinen Körper. Weil Knochen, Fett und mageres Gewebe die beiden Energien unterschiedlich stark schlucken, kann die Software deinen Körper in drei Kompartimente zerlegen: Knochenmineral, Fettmasse und fettfreie Weichmasse [7]. Das ist der ganze Trick. Und daraus entstehen zwei verschiedene Untersuchungen.

Scan 1: Die Knochendichtemessung. Gemessen wird meist an der Lendenwirbelsäule und an beiden Hüften (Schenkelhals und Gesamtfemur), so sieht es die DVO-Leitlinie vor [1]. Das Ergebnis ist der T-Score: Dein Knochenmineralgehalt im Vergleich zu jungen gesunden Erwachsenen. Ab minus 2,5 spricht man von Osteoporose, zwischen minus 1 und minus 2,5 von Osteopenie [2]. Diese Untersuchung heißt in Arztpraxen oft einfach Knochendichtemessung oder Osteodensitometrie und dauert wenige Minuten.

Scan 2: Der Ganzkörper-Scan für die Körperzusammensetzung. Hier liegst du etwa fünf bis zehn Minuten komplett unter dem Scanner. Das Ergebnis ist ein Ausdruck mit Fettmasse in Kilogramm und Prozent, fettfreier Masse, oft aufgeschlüsselt nach Armen, Beinen und Rumpf, dazu eine Schätzung des viszeralen Fetts (das Fett um deine Bauchorgane) und der appendikuläre Magermasse-Index ALMI, also die Muskelmasse deiner Arme und Beine geteilt durch deine Körpergröße im Quadrat [7]. Das ist der Scan, den Kraftsportler, Menschen unter Abnehmspritze und Longevity-Interessierte meinen, wenn sie nach einem DEXA-Scan suchen.

Der Unterschied ist wichtig, weil er alles andere bestimmt: die Kosten, die Kassenfrage und wo du hingehen musst. Wenn du in einer Radiologiepraxis nach einem DEXA-Scan fragst, bekommst du standardmäßig Scan 1. Wenn du Fett und Muskel sehen willst, musst du explizit nach Körperzusammensetzung oder Body Composition fragen. Nicht jede Praxis, die Knochendichte misst, hat diese Software freigeschaltet.

Zahlt die Krankenkasse den DEXA-Scan? G-BA-Regel und DVO-Leitlinie

Kurze Antwort: Die gesetzliche Kasse zahlt die Knochendichtemessung, wenn ein konkreter medizinischer Anlass vorliegt. Die Körperzusammensetzung zahlt sie nie. Hier die Regel im Detail.

Seit dem G-BA-Beschluss vom Februar 2013 ist die Osteodensitometrie Kassenleistung, wenn aufgrund konkreter anamnestischer und klinischer Befunde die Absicht besteht, eine Osteoporose gezielt medikamentös zu behandeln [3]. Das klassische Beispiel ist ein Wirbelkörper- oder Hüftbruch ohne adäquates Trauma, also ein Bruch bei einem Sturz aus dem Stand oder beim Heben einer Einkaufstasche. Ein Bruch ist aber nicht mehr Voraussetzung. Auch wer beispielsweise dauerhaft Kortison nimmt oder andere handfeste Risikofaktoren hat, kann die Messung zulasten der Kasse bekommen. Als Kontrolle unter Therapie ist eine Wiederholung frühestens nach fünf Jahren vorgesehen, früher nur bei besonderen Befunden [3].

Wer sollte laut Leitlinie überhaupt gemessen werden? Die DVO-Leitlinie 2023 empfiehlt eine Basisdiagnostik mit DXA nach jedem Bruch ab 50, besonders bei Hinweis auf eine Fragilitätsfraktur. Ab dem 70. Lebensjahr sollte sie allen angeboten werden. Bei postmenopausalen Frauen und Männern ab 50 hängt es von der individuellen Risikokonstellation ab, etwa Kortisontherapie, Rheuma, Diabetes, Stürze oder eine Hüftfraktur bei Mutter oder Vater [1]. Die europäische Leitlinie von Kanis und Kollegen argumentiert ähnlich: Messen, wenn das Frakturrisiko die Entscheidung beeinflussen würde, nicht als Reihenuntersuchung für alle [2].

Und wenn du gesund bist, 45 bist und einfach wissen willst, wie deine Knochen stehen? Dann ist die Knochendichtemessung eine IGeL, also eine Selbstzahlerleistung. Die Praxis muss dir das vorher sagen und einen schriftlichen Behandlungsvertrag anbieten. Bei 40 bis 70 Euro ist das kein Drama, aber du solltest wissen, dass die Leitlinien für diesen Fall keinen belegten Nutzen sehen [1, 2].

Die Körperzusammensetzung ist ein anderes Kapitel. Es gibt keinen EBM-Abrechnungsposten dafür. Keine Kasse übernimmt sie, auch nicht bei Adipositas oder Sarkopenie-Verdacht. Manche Kassen bezuschussen über Bonusprogramme Gesundheitschecks, aber der DEXA-Körperfett-Scan gehört praktisch nie dazu. Rechne fest mit dem vollen Preis.

Wo kannst du einen DEXA-Scan machen lassen? Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln

Erst die unbequeme Wahrheit, dann die Adressen. Ein DEXA-Scan ist eine Röntgenanwendung. Nach Paragraf 83 Strahlenschutzgesetz braucht jede Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen eine rechtfertigende Indikation, gestellt von einem Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz. Der Nutzen muss das Strahlenrisiko überwiegen [5]. Eine reine Lifestyle-Messung nach dem Motto "ich will meinen Körperfettanteil wissen" erfüllt das streng genommen nicht. Deshalb ist der Body-Composition-Scan in Deutschland viel seltener zu haben als in den USA, wo DEXA-Studios an jeder Ecke stehen. Seriöse Anbieter in Deutschland lösen das, indem ein Arzt eine medizinische Fragestellung dokumentiert: Sarkopenie-Verdacht, Verlaufskontrolle unter Adipositas-Therapie oder Abnehmspritze, sportmedizinische Diagnostik. Wenn dir jemand den Scan ohne jeden ärztlichen Kontakt verkauft, ist das ein Warnsignal, kein Komfortmerkmal.

Wo du fündig wirst, in absteigender Häufigkeit:

  • Radiologiepraxen. Fast jede größere Praxis hat ein DEXA-Gerät für die Knochendichte. Ob die Ganzkörper-Software freigeschaltet ist, steht meist auf der Website unter Körperfettmessung oder Körperzusammensetzung. Preislich am günstigsten.
  • Osteologische Zentren und Endokrinologen. Spezialisiert auf Knochen, oft mit besserer Qualitätskontrolle des Geräts. Erste Wahl, wenn es dir um Osteoporose geht.
  • Sportmedizinische Institute und Uni-Sportwissenschaft. Einige Universitäten und Olympiastützpunkte messen Körperzusammensetzung auch bei Externen, teils zu Forschungskonditionen. Anrufen lohnt.
  • Kommerzielle Body-Composition- und Longevity-Studios. Meist mit ärztlicher Anbindung, ausführlicher Auswertung und dem höchsten Preis.

Für die fünf großen Städte hat unsere Community lokale Erfahrungen gesammelt. In den Chapter-Gruppen von Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln fragst du am schnellsten, wer wo gemessen hat und ob das Auswertungsgespräch sein Geld wert war.

Worauf du bei der Terminanfrage achten solltest: Frag nach dem Gerätehersteller (die großen sind Hologic und GE Lunar; die Werte beider Systeme sind nicht direkt vergleichbar, also bleib für Verlaufsmessungen beim selben Gerät [7, 12]). Frag, ob du den vollständigen Report mit Regionalwerten und viszeralem Fett bekommst, nicht nur eine Prozentzahl. Und frag, ob eine ärztliche Einordnung dabei ist. Ein Ausdruck allein hilft dir wenig.

Was bedeuten T-Score, ALMI und viszerales Fett auf deinem DEXA-Befund?

Der Befund kommt als mehrseitiger Ausdruck mit Farbgrafiken und vielen Zahlen. Vier davon zählen.

T-Score (nur Knochendichte). Vergleich mit jungen gesunden Erwachsenen des gleichen Geschlechts. Bis minus 1,0 normal, minus 1,0 bis minus 2,5 Osteopenie, ab minus 2,5 Osteoporose [2]. Wichtig: Die Therapieentscheidung hängt nach der DVO-Leitlinie nicht nur am T-Score, sondern am absoluten Frakturrisiko, das aus Alter, Geschlecht, T-Score und Risikofaktoren berechnet wird [1]. Ein T-Score von minus 2,0 kann bei einer 75-Jährigen mit Vorbruch behandlungsbedürftig sein und bei einer 52-Jährigen ohne Risikofaktoren nicht.

Körperfettanteil. DEXA-Werte fallen höher aus als das, was du von Calipern oder Fitness-Apps kennst, weil DEXA wirklich alles Fett erfasst, auch das in Organen und Muskeln. In den US-Referenzdaten aus NHANES lag der Median bei 25-jährigen Männern bei rund 24 Prozent und bei Frauen bei rund 38 Prozent. Mit dem Alter steigt er [11]. Einen belegten Longevity-Grenzwert gibt es nicht. Wer trainiert, liegt meist deutlich unter dem Median. Vergleiche deinen Wert also nicht mit Instagram, sondern mit deinem eigenen Wert vom letzten Jahr.

Viszerales Fett (VAT). Das Fett zwischen den Bauchorganen, angegeben in Gramm oder Quadratzentimetern. DEXA schätzt es aus dem Bauchbereich des Scans. Die Schätzung stimmt gut mit der CT-Messung überein, die als Goldstandard gilt [10]. Viszerales Fett hängt enger mit Insulinresistenz und Herz-Kreislauf-Risiko zusammen als der Gesamtfettanteil. Wenn du nur eine Zahl beobachten willst, dann diese.

ALMI (Appendicular Lean Mass Index). Die magere Masse deiner Arme und Beine in Kilogramm, geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Das ist die Zahl, an der Sarkopenie festgemacht wird. Die europäische Sarkopenie-Konsensusgruppe EWGSOP2 setzt die Grenze bei unter 7,0 kg/m² für Männer und unter 5,5 kg/m² für Frauen [6]. Aber Achtung, die Reihenfolge ist wichtig: EWGSOP2 diagnostiziert Sarkopenie zuerst über die Muskelkraft, konkret Handgriffkraft unter 27 kg (Männer) beziehungsweise 16 kg (Frauen). Erst wenn die Kraft niedrig ist, bestätigt der niedrige ALMI die Diagnose [6]. Wenig Muskelmasse bei guter Kraft ist noch keine Sarkopenie. Deine Griffkraft kannst du mit unserem Griffkraft-Rechner gegen deutsche Normwerte einordnen, bevor du Geld für den Scan ausgibst.

DEXA oder InBody, Strahlung und wie oft: Was du vor dem Termin wissen solltest

DEXA gegen InBody und Körperfettwaage. InBody, Tanita und die Waage im Bad nutzen alle die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Ein schwacher Strom läuft durch deinen Körper. Aus dem Widerstand schätzt eine Formel dein Körperwasser und daraus Fett und Muskel. Das Wort Schätzung ist hier wörtlich zu nehmen. Der Wert hängt davon ab, wie viel du getrunken hast, ob du trainiert hast, wann du zuletzt auf der Toilette warst und welche Formel der Hersteller eingebaut hat. Eine französische Auswertung von 3.655 Messungen zeigte, dass die Übereinstimmung zwischen BIA und DEXA stark vom BMI abhängt: Bei Übergewicht überschätzt die BIA die fettfreie Masse systematisch, bei Untergewicht unterschätzt sie sie [8]. Für eine grobe Richtung reicht die Waage. Für die Frage, ob du in sechs Monaten Abnehmspritze zwei Kilo Muskel verloren hast, reicht sie nicht. DEXA misst direkt, ist reproduzierbar auf ein bis zwei Prozent genau und liefert zusätzlich Regionalwerte und viszerales Fett, was BIA nur modellieren kann [7].

Die Strahlung. DEXA arbeitet mit sehr niedriger Röntgendosis. Damilakis und Kollegen beziffern die effektive Dosis je nach Gerät und Messmodus auf wenige Mikrosievert, grob im Bereich von 1 bis 10 µSv [9]. Zum Vergleich: Die natürliche Hintergrundstrahlung in Deutschland liegt bei rund 2 Millisievert pro Jahr, also etwa 6 µSv pro Tag. Ein Flug über den Atlantik bringt dir mehrere Dutzend Mikrosievert. Ein DEXA-Scan entspricht also grob einem Tag normalen Lebens oder weniger. Das ist der Grund, warum der Gesetzgeber die Anwendung trotzdem an eine ärztliche Indikation bindet, aber nicht der Grund, sich vor dem Scan zu fürchten. Ausnahme: In der Schwangerschaft wird nicht gescannt.

Wie oft? Bei der Knochendichte gilt: Der Abstand hängt davon ab, wie weit dein T-Score von der Therapieschwelle entfernt ist [1]. Die Kasse sieht als Verlaufskontrolle fünf Jahre vor [3]. Bei der Körperzusammensetzung ist die Frage eine andere: Jede Messung hat eine Präzision von etwa ein bis zwei Prozent. Die ISCD empfiehlt, erst dann erneut zu messen, wenn die erwartete Veränderung größer ist als diese kleinste erkennbare Differenz [12]. Für die Praxis heißt das: alle 6 bis 12 Monate, wenn du ein Krafttraining-, Aufbau- oder Abnehmprogramm verfolgst. Alle paar Jahre reichen, wenn du nur wissen willst, ob sich etwas verschiebt. Wer unter Semaglutid oder Tirzepatid abnimmt, sollte den Muskelanteil im Auge behalten, mehr dazu in unserem Guide zu Muskelerhalt unter GLP-1. Monatliche Scans sind Geldverschwendung, weil die Veränderung im Rauschen der Messung untergeht.

Lohnt sich ein DEXA-Scan für dich?

Kurze Antwort: für vier Gruppen ja, für die meisten anderen erst mal nicht.

Ja, wenn du über 50 bist und ein Frakturrisiko hast. Ein Bruch bei einem Alltagssturz, Kortison über Monate, Rheuma, frühe Wechseljahre, eine Hüftfraktur bei den Eltern oder einfach das Alter ab 70: Das sind die Konstellationen, für die die DVO-Leitlinie die Messung vorsieht [1]. Hier ist die Knochendichte kein Longevity-Extra, sondern Standardmedizin. In vielen dieser Fälle zahlt die Kasse [3]. Sprich deine Hausärztin darauf an.

Ja, wenn du eine Abnehmspritze nimmst. Unter GLP-1-Medikamenten geht ein relevanter Teil des verlorenen Gewichts als Muskel verloren, wenn Training und Eiweiß nicht stimmen. Ein Scan vor dem Start und einer nach sechs bis zwölf Monaten zeigt dir schwarz auf weiß, ob du Fett oder Muskel verloren hast. Die Waage kann das nicht.

Ja, wenn du ernsthaft Kraft trainierst. Wer seit Jahren an der Hantel steht und wissen will, ob die letzten 3 Kilo Fett oder Muskel waren, bekommt vom DEXA eine Antwort, die kein anderes bezahlbares Verfahren liefert. Einmal im Jahr, gleiches Gerät, gleiche Tageszeit.

Ja, bei Verdacht auf Sarkopenie. Wenn deine Griffkraft unter den EWGSOP2-Grenzen liegt (27 kg Männer, 16 kg Frauen) oder du vom Stuhl nur noch mit Schwung hochkommst, bestätigt der ALMI die Diagnose [6]. Das ist dann auch eine medizinische Fragestellung, die den Scan rechtfertigt.

Wann du dir das Geld sparen kannst. Wenn du unter 50 bist, keine Risikofaktoren hast und einfach neugierig bist, sagen dir drei Dinge fast dasselbe für null Euro: der Griffkraft-Test für die Muskelfunktion, ein Maßband um die Taille auf Nabelhöhe für das viszerale Fett (die Taille zur Körpergröße sollte unter 0,5 liegen) und ein Foto alle drei Monate im gleichen Licht. Alle drei Marker haben mehr Evidenz für ihren Zusammenhang mit Sterblichkeit als der Körperfettanteil. Und wenn dich das Ergebnis dann doch beunruhigt, weißt du wenigstens, welchen der beiden Scans du buchen musst.

Eine ehrliche Einschränkung zum Schluss. Kein Test verlängert dein Leben. Der DEXA-Scan ist ein Messinstrument, das zeigt, ob das, was du tust, funktioniert. Wenn du noch nichts tust, ist das Geld im Fitnessstudio besser angelegt als beim Radiologen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein DEXA-Scan?

Als Selbstzahler kostet die Knochendichtemessung per DEXA in Deutschland etwa 40 bis 70 Euro [4]. Der Ganzkörper-Scan für Körperfett, Muskelmasse und viszerales Fett liegt bei den öffentlich genannten Preisen 2026 meist zwischen 50 und 200 Euro, je nachdem, ob nur der Ausdruck oder auch ein ärztliches Auswertungsgespräch dabei ist. Radiologiepraxen sind meist günstiger als spezialisierte Longevity-Anbieter.

Zahlt die Krankenkasse den DEXA-Scan?

Nur die Knochendichtemessung. Selbst die nur bei konkreter Osteoporose-Indikation: Seit dem G-BA-Beschluss 2013 ist sie Kassenleistung, wenn aufgrund konkreter Befunde die Absicht besteht, eine Osteoporose medikamentös zu behandeln, zum Beispiel nach einem Wirbel- oder Hüftbruch ohne passenden Unfall [3]. Als reine Vorsorge ohne Befund ist sie eine IGeL. Die Körperzusammensetzung (Körperfett, Muskel) zahlt die gesetzliche Kasse nie.

Wo kann ich einen DEXA-Scan machen lassen (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln)?

In allen fünf Städten bei Radiologiepraxen (Knochendichte fast überall, Körperzusammensetzung nur bei einigen), in osteologischen Zentren, an sportmedizinischen Instituten und Uni-Sportwissenschaften sowie in einzelnen kommerziellen Body-Composition-Studios. Weil DEXA eine Röntgenanwendung ist, braucht der Scan nach Strahlenschutzgesetz eine ärztliche Indikation [5]. Lokale Erfahrungen findest du in unseren Chapter-Gruppen in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln.

Ist die Strahlung beim DEXA-Scan gefährlich?

Nein. Die effektive Dosis liegt je nach Gerät bei wenigen Mikrosievert, grob 1 bis 10 µSv [9]. Die natürliche Hintergrundstrahlung in Deutschland beträgt rund 2 Millisievert pro Jahr, also etwa 6 µSv pro Tag. Ein DEXA-Scan entspricht damit ungefähr einem Tag normalen Lebens oder weniger. In der Schwangerschaft wird trotzdem nicht gescannt. Der Gesetzgeber verlangt für jede Röntgenanwendung eine ärztliche Rechtfertigung [5].

DEXA oder InBody: Was ist genauer?

DEXA. InBody und Körperfettwaagen arbeiten mit Bioimpedanz (BIA) und schätzen Fett und Muskel aus dem elektrischen Widerstand, der von Trinkmenge, Training und Tageszeit abhängt. Eine Auswertung von 3.655 Messungen zeigte, dass BIA bei Übergewicht die fettfreie Masse systematisch überschätzt und bei Untergewicht unterschätzt [8]. DEXA misst direkt, ist auf etwa ein bis zwei Prozent reproduzierbar und liefert Regionalwerte plus viszerales Fett [7]. Für Verlaufskontrollen kleiner Veränderungen ist DEXA die einzige bezahlbare Option.

Wie oft sollte ich einen DEXA-Scan machen?

Knochendichte: Der Abstand richtet sich nach dem Abstand deines T-Scores zur Therapieschwelle, die Kasse sieht fünf Jahre als Kontrollintervall vor [1, 3]. Körperzusammensetzung: alle 6 bis 12 Monate, wenn du ein Trainings-, Aufbau- oder Abnehmprogramm (etwa unter GLP-1) verfolgst, sonst alle paar Jahre. Häufiger lohnt nicht, weil Veränderungen unter ein bis zwei Prozent im Messrauschen verschwinden [12]. Bleib für Vergleiche beim selben Gerät.

Was ist ein guter Körperfettanteil im DEXA?

Einen belegten Longevity-Grenzwert gibt es nicht. DEXA-Werte fallen höher aus als Caliper- oder App-Werte, weil sie alles Fett erfassen. In den US-Referenzdaten aus NHANES lag der Median bei 25-Jährigen bei rund 24 Prozent (Männer) und 38 Prozent (Frauen) und steigt mit dem Alter [11]. Trainierte Menschen liegen meist deutlich darunter. Aussagekräftiger als die Gesamtprozentzahl sind viszerales Fett und der ALMI, also die Muskelmasse von Armen und Beinen [6, 10].

Was ist der Unterschied zwischen DEXA und DXA?

Keiner. Beide Abkürzungen stehen für Dual-Energy X-ray Absorptiometry. DXA ist die in Fachgesellschaften und Leitlinien übliche Schreibweise, DEXA die ältere, die sich im Alltag und bei Anbietern gehalten hat [7]. Ob auf dem Befund DEXA, DXA oder Osteodensitometrie steht, ändert an der Messung nichts.

Quellen

  1. Dachverband Osteologie (DVO). (2023). DVO-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Osteoporose, Version 2.2 (2023). Dachverband Osteologie
  2. Kanis JA, Cooper C, Rizzoli R, Reginster JY, on behalf of the Scientific Advisory Board of ESCEO and the Committees of Scientific Advisors and National Societies of IOF. (2019). European guidance for the diagnosis and management of osteoporosis in postmenopausal women. Osteoporosis Internationaldoi:10.1007/s00198-018-4704-5
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). (2013). Knochendichtemessung künftig bei weiteren Indikationen Kassenleistung (Pressemitteilung zum Beschluss vom 21.02.2013). Gemeinsamer Bundesausschuss
  4. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband. (2025). Knochendichtemessung: Verfahren, Osteoporose, Kosten. rheuma-liga.de
  5. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. (2017). Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) Paragraf 83: Rechtfertigende Indikation. Bundesgesetzblatt
  6. Cruz-Jentoft AJ, Bahat G, Bauer J, Boirie Y, Bruyère O, Cederholm T, Cooper C, Landi F, Rolland Y, Sayer AA, Schneider SM, Sieber CC, Topinkova E, Vandewoude M, Visser M, Zamboni M. (2019). Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis (EWGSOP2). Age and Ageingdoi:10.1093/ageing/afy169
  7. Shepherd JA, Ng BK, Sommer MJ, Heymsfield SB. (2017). Body composition by DXA. Bonedoi:10.1016/j.bone.2017.06.010
  8. Achamrah N, Colange G, Delay J, Rimbert A, Folope V, Petit A, Grigioni S, Déchelotte P, Coëffier M. (2018). Comparison of body composition assessment by DXA and BIA according to the body mass index: A retrospective study on 3655 measures. PLoS Onedoi:10.1371/journal.pone.0200465
  9. Damilakis J, Adams JE, Guglielmi G, Link TM. (2010). Radiation exposure in X-ray-based imaging techniques used in osteoporosis. European Radiologydoi:10.1007/s00330-010-1845-0
  10. Kaul S, Rothney MP, Peters DM, Wacker WK, Davis CE, Shapiro MD, Ergun DL. (2012). Dual-energy X-ray absorptiometry for quantification of visceral fat. Obesitydoi:10.1038/oby.2011.393
  11. Kelly TL, Wilson KE, Heymsfield SB. (2009). Dual energy X-ray absorptiometry body composition reference values from NHANES. PLoS Onedoi:10.1371/journal.pone.0007038
  12. Shuhart CR, Yeap SS, Anderson PA, Jankowski LG, Lewiecki EM, Morse LR, Rosen HN, Weber DR, Zemel BS, Shepherd JA. (2019). Executive summary of the 2019 ISCD Position Development Conference on monitoring treatment, DXA cross-calibration and least significant change, spinal cord injury, peri-prosthetic and orthopedic bone health, transgender medicine, and pediatrics. Journal of Clinical Densitometrydoi:10.1016/j.jocd.2019.07.001

Frag Leute, die den Scan schon gemacht haben

In den Longevity-Cities-Chaptern in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln tauschen Mitglieder aus, wo sie gemessen haben, was es gekostet hat und ob das Auswertungsgespräch etwas taugte. Ehrlich, ohne Anbieterwerbung.

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Erstellt von Maurice Lichtenberg, Gründer, Longevity Cities

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