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Konzepte & Theorien

Standardisierte Mittelwertdifferenz

ENStandardised mean difference

Die standardisierte Mittelwertdifferenz drückt den Abstand zweier Gruppenmittelwerte in Standardabweichungen aus statt in den ursprünglichen Messeinheiten. Sie existiert aus einem praktischen Grund: Metaanalysen bündeln oft Studien, die dasselbe Konstrukt mit unterschiedlichen Instrumenten erfasst haben. Rohe Mittelwerte verschiedener Skalen lassen sich nicht mitteln. Gerechnet wird die Differenz der Mittelwerte geteilt durch eine gepoolte Standardabweichung. Cohens d verwendet diese direkt. Hedges' g ergänzt eine Korrektur für kleine Stichproben, die unterhalb von etwa 20 Personen je Arm ins Gewicht fällt. Ein Wert von 0,45 bedeutet, dass sich die Gruppen um 0,45 Standardabweichungen unterscheiden, unabhängig vom Messinstrument. Cohen schlug 0,2, 0,5 und 0,8 als klein, mittel und groß vor. Er bezeichnete diese Grenzen ausdrücklich als willkürliche Konventionen für Felder ohne bessere Anhaltspunkte; zitiert werden sie dennoch wie empirische Schwellenwerte. Bei einer günstigen und risikoarmen Maßnahme kann 0,15 relevant sein, bei einem invasiven Eingriff womöglich nicht einmal 0,8. Die zentrale Schwäche liegt im Nenner. Eng ausgewählte Stichproben haben eine kleine Standardabweichung, was den standardisierten Effekt aufbläht, ohne dass die zugrunde liegende Veränderung größer wäre. Wenn alle gepoolten Studien dasselbe Instrument nutzen, etwa Griffkraft in Kilogramm, gehört die rohe Mittelwertdifferenz berichtet.

Zuletzt geprüft:

Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen

Quellen

  1. Andrade C. (2020). Mean difference, standardized mean difference (SMD), and their use in meta-analysis. *The Journal of Clinical Psychiatry*doi:10.4088/JCP.20f13681
  2. Takeshima N, Sozu T, Tajika A, et al.. (2014). Which is more generalizable, powerful and interpretable in meta-analyses, mean difference or standardized mean difference?. *BMC Medical Research Methodology*doi:10.1186/1471-2288-14-30
  3. Cohen J. (1992). A power primer. *Psychological Bulletin*doi:10.1037/0033-2909.112.1.155